5.12.09

Die Lobbyisten



"Die Lobbyisten"
Franz Wittenbrink
Rolle: Lutz-Uwe Kleinert
li. Hannes Helmer
Regie: Franz Wittenbrink
Foto: Hans-Ludwig Böhme




"Die Lobbyisten"
Franz Wittenbrink
Rolle: Lutz-Uwe Kleinert
links: Hannes Helmer, Susanne Jannsen
rechts: Mila Dargies, Helga Werner, Benjamin Höppner, Eike Weinreich
Regie: Franz Wittenbrink
Foto: Hans-Ludwig Böhme




"Die Lobbyisten"
Franz Wittenbrink
Rolle: Lutz-Uwe Kleinert
Regie: Franz Wittenbrink
Foto: Hans-Ludwig Böhme








29.11.09

Liebe Jungpioniere, liebe Thälmann… und Genossen…

Monolog des Lutz-Uwe Kleinert in Wittenbrinks "Lobbyisten".



"Überall dort, wo wir singen, bei Wanderungen in den Lagern, besonders aber, wenn wir gemeinsam … und es wird gesungen…mit fröhlichen und … optimistischen und ganz egal welche Hautfarbe. Denn mit jeder Note und ich meine da alle… tragen wir mit Stolz und das geloben wir, liebe Kinder und Lehrer, denn den Sozialismus in seinem Lauf, … haben viele Kinder nicht mal ein Glas Milch am Morgen! ….und umarmen unsere Brüder aus den Freundesländern, … und große Sowjetunion, …denn so, wie wir heute singen, werden wir morgen klingen und deshalb fühlen wir, unsere gemeinsame  Aufgabe, eine historische Zeit, so selbstverständlich … nutzt die Gelegenheit! Und fragt eure Eltern! Geht in die Betriebe zu den Werktätigen und singt..."

Text © A. Mesgarha
Premiere 30.12.2009

21.11.09

Mein Name ist: Lutz–Uwe Kleinert


Bei der Entwicklung einer Theaterfigur, einer "Rolle", ist es  manchmal hilfreich seine Gedanken aufzuschreiben. So bekommen die Bilder, die man nur wage im Kopf hat, eine Kontur. Während der Stückentwicklung für die neue Uraufführung von Franz Wittenbrinks Lobbyisten schrieb ich die folgende Biografie in mein kleines rotes Notizbuch:

Mein Name ist: Lutz – Uwe Kleinert.


Ich bin 46 Jahre und habe einen leichten, meist stark riechenden Achselschweiß dessen stechenden Geruch ich nicht mehr wahrnehme. Wohl aber die Anderen. Meine Fingerkuppen sind an ihren Spitzen von einer braun gelben Oberfläche und unter den Fingernägeln, die zu lang sind, bildet sich eine Masse, deren Inhalt mir egal ist, die ich nicht beachte, denn es geht mir um die Sache.

Es ging mir immer schon um die Sache, um welche war nicht so wichtig. Dabei sein wollte ich. Wir haben stets viel getrunken und geraucht, meist die „Alte Juwel“. Meine erste Freundin hieß Jacqueline, die Fleischers Tochter. Sie war blond und liebte Conny, ihren Hund. Conny war alt und roch wie mein Anorak. Ich mochte ihn.

Ich mag mich. Ich bin intelligent. Ich habe Abitur, Berufsausbildung mit Abitur. Ich wollte drei Jahre zur Armee, bin aber wegen Bandscheibenproblemen vorzeitig entlassen worden. In dieser Zeit begannen das Alkoholproblem und die ersten erotischen Erfahrungen mit Jürgen, der aussah wie Jürgen Sparwasser. Aber kleiner. Jürgen war kleiner. Genau genommen sehr klein. So groß wie Denny DeVito.

In Cottbus auf der Ingenieur Hochschule war ich im FDJ Rat. FDJ Sekretär und endlich Partei. Sie haben mich schon während der Armee vergessen zu überreden. Nun hatte ich mich selber vorgeschlagen und es hatte geklappt. Die Zeit der Singe Bewegung begann. Mit Jürgen war Schluss. Er konnte mich mal. Ich bin doch nicht schwul. Wie sieht das auch aus vor den Genossen.

Freitags waren wir bowlen. Dort habe ich zum ersten Mal über jemanden Auskunft gegeben. Über Jürgen meinen kleinen Freund, der war in Bautzen im Gefängnis. Es handelte sich um Republikflucht. Das erzählten mir die Genossen, während wir bowlten. Wir waren zu viert an einer Bahn. Die Bahn sechs war die letzte. Ich habe alles erzählt, das ich wusste. Ich wusste nie viel, aber ich wusste immer genug. Von nun an gehörte ich dazu. Wozu? Das war mir egal. Man denkt sich nicht so viel, wenn man viel tut. Wir trafen uns auf der Bahn sechs, jeden Mittwoch ab 17 Uhr.

Mit 21 war ich bereits zwei Jahre verheiratet mit Karin, der Krankenschwester. Wir lebten in einer 2 – Raum Neubauwohnung und fuhren einen Wartburg Tourist. Wir blieben kinderlos. Damals hatte ich ein mehr, oder weniger heimliches Verhältnis mit einem führenden Politiker, dessen Namen ich hier nicht nennen möchte. Mit 22 Jahren wurde ich dann versetzt. Der Parteiauftrag lautete in Alt Kötzschenbroda die Lebensmittelverteilung zu koordinieren. Wir verteilten H-Milch, Mocca Fix, und Leckermäulchen an Freunde, politisch zuverlässige Arbeitskräfte, oder nützliche Zuträger. Wir belieferten Restaurants, Hotels und Gewerbe. Das war eine schöne Zeit. Sicher die schönste meines Lebens. Es ging uns gut und wir hatten alles, was wir wollten. Ich lebte mit Karin und Kinderlos. Ich betrog Karin mit der Partei und Michael, dem damaligen Jungbürgermeister und Leiter des Ortsamtes Radebeul.

Alles nicht Erklärbare ist mir suspekt. Hinter Doppeldeutigkeiten verbergen sich Spitzen und gemeine Gefahren. Ein gewisses Hotel „Ilona“, alt und baufällig, war mir immer ein Dorn im Auge. Es gab Versammlungen, Kultur, Bands, Ruhestörungen,  zweideutige Gestalten und Theater. Wir waren in regem Kontakt mit unseren Mitarbeitern, die entweder als Lift Boy arbeiteten, oder nur an der Bar saßen. Mein liebster und persönlichster Feind war eine gewisse Ilona. Sie trug den Namen ihrer Großmutter, die zusammen mit ihrem Ehemann das Hotel um die Jahrhundertwende erbauten. Durch ihre Brille erkannte ich nie ihre Augen. Ihr stets strenger und unbeweglicher Blick verriet keinerlei Regung. Dabei konnte sie lachen, wenn sie wollte. Sie lachte dann so, dass es unangenehm wurde, dass man den Raum verließ und nie  wiederkam. Trotzdem war ihr Hotel nicht gerade leer.  Sie war so eine, mit der einer wie ich nicht gerne alleine war. Ich nannte sie heimlich Schwarzwurzel. Die „strenge Schwarzwurzel.“

Ich belieferte sie damals vorsätzlich mit Kohl und Kartoffeln, sie sollte in Rotkohl ersticken. Keine H-Milch, keine Südfrüchte, oder Papiertaschentücher. Kein gutes Spee, sondern ätzendes IMI, keine Schokoküsse, kein Nudossi, kein Tomatenketchup. Im ganzen Umkreis gab es keine Lizenz Schallplatten, ich wusste, sie liebt Roger Whitaker.

Ich habe es mir angewöhnt über Unwesentliches hinwegzusehen, weil es den Blick nach vorne verstellt und weil es aufhält. Das Leben ist ausgerichtet zum Licht. Nie habe ich mich dafür geschämt, dass ich zum Licht gelaufen bin, wenn es in meinem Umfeld dunkel wurde. Nur einmal nach der Wende bin ich  schwach geworden, als ich meinen Vornamen ändern lassen wollte. Al wollte ich heißen. Al kommt von Alan. Al Kleinert wollte ich heißen. Wer Al Pacino auf VHS Kassette gesehen hat, kann nur Al heißen wollen. Ja, Al Kleinert hatte ich meinen Eltern offenbart zu Weihnachten 1990. „Die neue Zeit sucht neue Namen“ und ein Blick meines Vaters ersparte mir weiteres Nachdenken. Mein Vater war ein stiller Mensch.

Die neue Zeit viel mir  leicht.

Man muss aufpassen, aber das tat ich seit ich denken konnte. Mir gelingt es stundenlang, manchmal tagelang nicht zu sprechen. Karin leidet dann sehr, sie weiß mich zu nehmen. Ich mache mir einen Spaß daraus die Fehler der anderen zu sammeln. Ja ich warte auf die Fehler der anderen. Ich rieche Ihre Strategien, um sie zu aufzudecken. Meine Energie ist die, des kürzesten Weges zwischen zwei Punkten. Die Menschen sind zu moralisch und deshalb umständlich. Aber die neue Zeit war unmissverständlich: es ging um Geld.

Dass man mich nicht mag, tut mir  nicht weh. Ich kenne Al. Er und ich sind Freunde. Nachts sehe ich ihn auf VHS. Dann hole ich die CZ 45 raus, eine 6,35mm Pistole aus NVA Zeiten und halte hinter der Gardine stehend auf Passanten die aus dem „Goldenen Anker“ treten. Eines Tages drücke ich ab.




©AM2009

25.9.09

Der Hase


Ein kleiner Hase hatte eine große Idee.
Er pinkelte des Nachts in den weißen Schnee
und berichtete dann vor Gerichte,
dass er auf den Eid lieber verzichte,
aber sagen müsse er es schon:
Er kenne die kriminelle Person.

„Es war der Löwe, die dumme Pute,
die alte Sau mit seiner Rute!“
Und also sprach der Richter Rabe:
„Warst du das, Löwe? Mit der gelben Farbe?
„Hast du den Schnee besudelt und verdreckt?“
„Und dich am Ende noch versteckt?“

Der Löwe schrie: „Intrige!“
„Ich hab geschlafen auf der Liege.
Anstatt mir hier zu huldigen,
will man mich feig beschuldigen?“
Und packte Meister Lampe 
auf den Grill, wo er verbrannte.

Und die Moral von der Geschicht?
Pinkeln und dann sterben lohnt sich nicht.
Feige Hasen soll man meiden!
Wenn schon sterben, dann mit Geigen




©AM2009

19.9.09

Romeo und Julia




"Romeo und Julia"
William Shakespeare
Rolle: Capulet
Regie: Simon Solberg
Foto: Matthias Horn
2009




"Romeo und Julia"
William Shakespeare
Rolle: Capulet
Regie: Simon Solberg
Foto: Matthias Horn
2009




"Romeo und Julia"
William Shakespeare
Rolle: Capulet
Regie: Simon Solberg
Foto: Matthias Horn
2009




"Romeo und Julia"
William Shakespeare
Rolle: Capulet
mit Eike Weinreich, Henner Momann und Cathleen Baumann (v.li.n.re.)
Regie: Simon Solberg
Foto: Matthias Horn
2009




"Romeo und Julia"
William Shakespeare
Rolle: Capulet
mit Eike Weinreich, Henner Momann und Cathleen Baumann (v.li.n.re.)
Regie: Simon Solberg
Foto: Matthias Horn
2009




"Romeo und Julia"
William Shakespeare
Rolle: Capulet,
mit Sebastian Wendelin als Tybalt
Regie: Simon Solberg
Foto: Matthias Horn
2009




14.8.09

Das soll uns nicht nochmal passieren



"Das soll uns nicht nochmal passieren"
ein deutsch - deutscher Liederabend
Burg Stolpen 
li.: Beate Laaß und Tom Pauls
Regie: Irina Pauls
Foto: Karl-Ludwig Oberthür
2009



"Das soll uns nicht nochmal passieren"
ein deutsch - deutscher Liederabend
Burg Stollen 
mit: Tom Pauls und Beate Laaß
Regie: Irina Pauls
Foto: Karl-Ludwig Oberthür
2009




15.5.09

Wilhelm Tell



"Wilhelm Tell"
von: Friedrich Schiller
Rolle: Hermann Geßler
Regie: Wolfgang Engel
Foto: Hans-Ludwig Böhme
Foto: Hans - Ludwig Böhme


"Wilhelm Tell"
von: Friedrich Schiller
Rolle: Hermann Geßler
li.: Martin Reik als Wilhelm Tell
Regie: Wolfgang Engel
Foto: Hans - Ludwig Böhme



"Wilhelm Tell"
von: Friedrich Schiller 
Rolle: Hermann Geßler
Regie: Wolfgang Engel
Foto: Hans-Ludwig Böhme 
2009



"Wilhelm Tell"
von: Friedrich Schiller 
Rolle: Hermann Geßler
li. Nele Jung als Armgard mit Kindern der Komparserie,
hinten Martin Reik als Wilhelm Tell
Regie: Wolfgang Engel
Foto: Hans - Ludwig Böhme



"Wilhelm Tell"
von: Friedrich Schiller 
Rolle: Hermann Geßler
re.: Thomas Martin als Harras
Regie: Wolfgang Engel
Foto: Hans - Ludwig Böhme



"Wilhelm Tell"
von: Friedrich Schiller 
Rolle: Hermann Geßler
Regie: Wolfgang Engel
Foto: Hans - Ludwig Böhme



2.5.09

Foto: Matthias Horn 2009


Foto: Matthias Horn 2009

Foto: Matthias Horn 2009

Foto: Matthias Horn 2009






9.3.09

zueinander



"zueinander" 
Semperoper/Kleine Szene
Jörg Herchet / Jörg Milbradt
Rolle: A.
Regie Julia Haebler
Foto: Matthias Creuziger




"zueinander" 
Semperoper/Kleine Szene
Jörg Herchet / Jörg Milbradt
Rolle: A. 
mit: Andreas Petzoldt, Clemens Heidrich, Carola Schwab, Lin Lin Fan
(v.l.n.r.)
Regie Julia Haebler
Foto: Matthias Creuziger




"zueinander"
Semperoper/Kleine Szene 
Jörg Herchet / Jörg Milbradt
Rolle: A.
mit: Clemens Heidrich
Regie Julia Haebler
Foto: Matthias Creuziger




"zueinander" 
Semperoper/Kleine Szene
Jörg Herchet / Jörg Milbradt
Rolle: A.
Regie Julia Haebler
Foto: Matthias Creuziger




"zueinander"
Semperoper/Kleine Szene 
Jörg Herchet / Jörg Milbradt
Rolle: A.
mit Carola Schwab 
Regie Julia Haebler
Foto: Matthias Creuziger